IGN interviewt Jonathan Rhys Meyers (2005)
Stax’s exklusiver Chat mit Elvis
von Stax
05.Mai 2005 – Die Medien in den Staaten haben viel aus einem irischen Schauspieler gemacht, Jonthan Rhys Meyers, denn sie haben ihn als amerikanische Rock’n’Roll Ikone Elvis Presley in der kommenden CBS Event-Serie “Elvis” gecastet. Kriegt er das mit dem Akzent hin? Versteht er, was Elvis für so viele Amerikaner bedeutet? Und, am wichtigsten, hat er das Zeug, um den King of Rock’n’Roll überzeugend zu spielen? Rhys Meyers hat mich überzeugt, einen Elvis-Fan seit Lebenszeit, dass er der richtige Mann für den Job ist, während wir ein Gespräch über Elvis führten.
Rhys Meyers spielt den Elvis im Alter von 18 bis 33 (von seiner Zeit an der Humes High School bis zu seinem famosen TV-Comeback in 1968). Camryn Manheim spielt seine geliebte Mutter Gladys. Ihr Tod im Jahre 1958 war einer der großen Wendepunkte in Presley’s Leben. Randy Quaid spielt Elvis’ notorischen Manager, „Colonel“ Tom Parker. Diese Beziehung ist, neben der mit seiner Mutter Gladys, eines der dramatischen Elemente in der Miniserie.
Abgerundet wird die Darstellerriege durch Robert Patrick als Elvis Vater Vernon, Antonia Bernath als seine Frau Priscilla, Rose McGowan als seine Geliebte und Viva Las Vegas Co-Star Ann-Marget, Tom Guinee als Produzent von Sun Records Sam Phillips und Jennifer Rae Westley spielt seine High School Liebe Dixie Locke. James Sadwith (Sinatra) führt Regie nach einer Vorlage von Sheane Duncan (Mr. Holland’s Opus).
Elvis, welcher mit der vollen Kooperation des Prelsey Estate gedreht wurde, ist seine erste Fernseh-Biographie mit Master Aufnahmen, der Chronik von Elvis Kindheit, welche mit Armut durchsetzt war und seinen Aufstieg zur Berühmtheit mit Sun Label (1958-60), wo er seine zukünftige (und sehr junge) Frau Priscilla traf. Sein Zauber über Hollywood und seine damit verbundenen unglaublich schlechten aber erfolgreichen Filme, seine Heirat mit Priscilla und die Geburt ihrer Tochter, Lisa Maria, und, endlich, sein triumphreiches Comeback zum Rock’n’Roll in 1968 mit dem NBC Special.
Während Teil Eins der Miniserie (läuft diesen Sonntag 08.Mai im TV) Elvis frühe kontroversen Konzerte wieder erweckt und seinen Aufstieg zum Star zeigt, handelt Teil Zwei (kommt am Mittwoch, 11. Mai) überwiegend von der Entwicklung vom süßen kleinen Jungen (der keiner Fliege was zu leide tut) in einen spirituellen, aufregenden erwachsenen Star und frustrierten Künstler, eine tragische Figur, welche von seinen eigenen Dämonen gejagt wird und der Ahnung, dass sein Schicksal schon fest steht. Die Miniserie scheut sich nicht vor seinen Drogenproblemen, seinem gewalttätigem Temperament, oder seinem Defizit als Ehemann. Dennoch schafft es Rhys Meyers Elvis auch in seinen dunkelsten Momenten charmant und liebenswert zu halten.
Schaut Euch morgen meine ganze Zusammenfassung von Elvis an.
IGN FILMFORCE: Anfänglich lehnten Sie die Rolle des Elvis ab, richtig? Was hat Ihre Meinung geändert?
JONATHAN RHYS MEYERS: Nun, ich hatte es nie abgelehnt. Die Umstände waren die: Ich war diesen Sommer in London und spielte die Hauptrolle in einem Woody Allen Film und dann kam dieses Projekt. Aber ich war so in diesen Woody Allen Film vertieft, dass ich meine Zeit nicht auf Elvis aufteilen konnte. Also machte ich den Woody Allen Film fertig und dann kam meine Freundin Mary Jo nach London. Sie machte das Casting, Mary Jo Slater, und sie sagte: “Jonny, ich habe hier dieses Drehbuch über Elvis und wir wollen dich für die Rolle des Elvis. Hier ist das Drehbuch, ich sehe dich in Louisiana – Bye!” Und ich laß es und es war toll. Es ist eine tolle Geschichte. Und natürlich war es die Chance, Elvis zu spielen, den King! Wie viele wollen den King spielen? Ich konnte es eigentlich nicht ablehnen, denn sonst hätte ich immer gedacht, “Hmmm, ich hätte Elvis Presley wirklich gerne gespielt.” Ich hörte, ich würde eines Tages dafür flach gelegt werden.
IGNFF: Was ist besonderes an Elvis, das Sie als jungen Schauspieler anzieht?
RHYS MEYERS: Nun, weil er ein Phänomen war, natürlich. Sehr, sehr talentiert aber so sehr widersprüchlich, denn er war ein sehr roher, sehr talentierter weißer Junge aus dem Süden, sang Rhythm and Blues in den 50ern, machte alle Mädels heiß. Gleichzeitig war er ein Muttersöhnchen, sehr menschenfreundlich und ein gläubiger Christ. Also, wissen Sie, er hatte diese Grundsätzlichkeit. Das ist sehr interessant zu spielen
IGNFF: Was war das Härteste daran, Elvis zu spielen?
RHYS MEYERS: Diese Energie zu bekommen. Denn Elvis machte viele Dinge. Viele Leute fragen „Was war härter? Die Tanzschritte? Das Gitarre spielen? Das Singen oder das Lippen-Synchronisieren?“ Ich sage Ihnen, was es war – die Energie. Wenn man jemanden wie Elvis Presley spielt, den Elvis den man vom lesen und stöbern kennt, dann macht man das aus dem Herzen. Also musste ich mir diese Schuhe anziehen. Es war sehr, sehr schwer so zu tun, als während ich Elvis, denn ich bin nur ein Schauspieler, aber wenn man nicht jeden morgen aufwacht und Elvis ist, weiß man nicht wie das ist.
IGNFF: Was für Nachforschungen haben Sie angestellt? Bücher, oder haben Sie alle seine Filme gesehen? Wie genau haben Sie sich auf die Rolle vorbereitet?
RHYS MEYERS: Ich sah mir Dokumentationen an, Elvis ‘54, Elvis ‘56, The Great Performances, Elvis in der Armee, Elvis und June, in welchen es um ihn und die Beziehung zu seiner Freunding June Juanico geht, welches Filmmaterial von ihm enthält, Red West und die Jungs, wie sie nur auf Booten rumhängen und mit Luftgewehren rumschießen. Und wie Elvis ein Päckchen Zigarretten hält, damit Red West es aus seiner Hand schießt. Was sehr lustig ist, denn es ist seine rechte Hand und wenn er die Hand getroffen hätte – das hätte das Ende seiner Karriere sein können. Es hat ihn nicht interessiert.
IGNFF: Ein Elvis mit einer Hand. Das hätte die Geschichte verändert.
RHYS MEYERS: Ja, das war eine sehr merkwürdige Erfahrung, denn er ging nach Biloxi, Mississippi und er verbrachte 3 Wochen dort in einem Haus und hing dort mit seinen Freunden rum. Er war mit diesem Mädchen zusammen, June Juanicom und sie wollten heiraten. Und, was er nicht wusste, in diesen 3 Wochen in denen er in Urlaub war, wurde er zu einem internationalen Phänomen – ohne dass er es wusste. Als er aus Biloxi wieder zurück kam war das das Ende der Beziehung, denn er musste gehen, er verschwand einfach. Seine ganze Performance war hoch gegangen.
IGNFF: Ich habe ein wenig nachgeforscht, wo sie herkommen und es scheint, dass Sie selbst eine sehr aufgewühlte Vergangenheit haben. Hat es Ihnen dabei geholfen, Elvis’s Ambitionen zu verstehen oder ihn sogar zu mögen? Die Tatsache dass er aus der Arbeiterklasse kam, und versuchte in der Musikindustrie nach oben zu kommen?
RHYS MEYERS: Ja, natürlich. Ich weiß, ich habe diese Dinge selbst gesehen, die ich mit Elvis gemeinsam habe und konnte mich da einklincken. Er war ein armer Junge aus Mississippi, ich war ein armer Junge aus Cork. Wir waren beide nicht gut in der Schule. Wir wurden von den anderen nicht gemocht. Wir waren sehr anders, was die Art der Kleidung angeht, die Art wie wir aussehen. Wir beide kauften Häuser für unsere Mutter von unserem ersten Gehalt. Wir beide waren Tagträumer und zogen los um sie wahr werden zu lassen.
IGNFF: Etwas das in vielen Filmographien nicht erwähnt wird, ist das Thema der Rasse. Sie haben es schon früher angesprochen. Viele Afro-Amerikaner sahen Elvis als altes Ekel, als Dieb ihrer Kultur und Musik. Erstens, streift die CBS-Miniserie das in irgendeiner Form und zweitens wie denken Sie über diese Anschuldigungen gegen ihn?
RHYS MEYERS: Wissen Sie, ich denke nicht, dass das alles wahr ist. Ich denke, es ist ein bisschen unfair, wissen Sie was ich meine? Denn er hatte viel von diesem Rhythem and Blues, was essentiell für Black Music ist, und es kommt aus dem Westen von Afrika und entwickelte sich daraus. Aber Elvis war eben auch ein Junge aus dem Süden. Er besaß keine Plantage oder hatte keine Fabrik. Er war ein armer Junge. Genau so wie die anderen. Er gab nichts auf Rasse, Hautfarbe, Glauben oder Religion.
IGNFF: Und es war nicht wirklich Mainstream – die Tatsache, dass er Black Musik machte und sich so anzog, und sein Benehmen im Herzen des abgetrennten Südens, während die McCarthy Ära auf ihrem Höhepunkt war, erscheint nicht als etwas, das ein rassistischer Dieb machen würde.
RHYS MEYERS: Nein, nein, das tut es nicht. Er liebte Rhythem and Blues Musik, und er spielte sie. Der Unterschied, und wahrscheinlich auch warum Leute das sagen und die leichte Bitterkeit dieser Kommentare, ist, dass Elvis damit Millionen scheffelte. Und, weil es das Amerika in den 50en war. Er war weiß – es war kommerziell wertvoller. Daher könnten diese Kommentare kommen.
IGNFF: Elvis hat nie eine Art von geschriebener Biographie oder sonst etwas hinterlassen, also ist das meiste, dass wir von ihm wissen entweder aus den wenigen Kommentaren, die er in der Presse gemacht hat oder einfach aus den Erinnerungen von Leuten. Aber, er hatte nie die Chance – oder er hat die Chance nie ergriffen, seine Seite der Geschichte aufzuschreiben. Die wenigen Male, die er es aufzeichnete, erkannte er an, dass die Marke Musik wirklich existiert und er gab alles dafür und hatte Spaß.
RHYS MEYERS: Er hörte sich WDIA an, das war eine Radiostation für Black Musik in der Zeit, welche Musik wie Big Arthur Crudup, Wynonie Harris spielte. Er hörte all diese Typen. Das war die Musik die er gerne spielte. Man könnte auch sagen, die Rolling Stones haben Rhythem and Blues gestohlen.
IGNFF: Genau.
RHYS MEYERS: Ich denke, es ist nur ein belangloser Kommentar – sogar zu Elvis gemacht, als er noch lebte und er sagte nur seine Anwort darauf, und meine auch (in einem südländischen Dialekt). „Das ist einfach nur ignorant, Mann.
IGNFF: Ich habe bemerkt, dass Sie gut mit Akzenten sind. War es schwer für Sie, diese zu lernen oder flog es Ihnen einfach zu?
RHYS MEYERS: Ich habe daran gearbeitet, gearbeitet, gearbeitet. Ich habe den Akzent für den ganzen Film behalten.
IGNF: Auch habe ich bemerkt, dass Sie Ihre Interviews als Charakter machen, meistens.
RHYS MEYERS: Ja, das war nicht der Grund – das habe ich zum Spaß gemacht. Erst recht das eine, wo ich im Büro von Elvis sitze. Ich sagte (im südländischen Akzent)“Wenn ich in diesem Büro bin, in Elvis Sessel, bin ich der King.“ Aber das war sehr lustig, denn das kam nicht im Fernsehen. Am Ende des Interviews, ein Typ aus Memphis hatte mich interviewt, sagte er „Sie haben das mit dem Akzent drauf, Mann.“ Ich sagte (in normalem Ton): „Wirklich? Welcher Akzent war das, Junge?“ Nur um ihn aufzuziehen. Das erzeugte ein Gelächter durch das ganze Publikum.
IGNFF: Es gab einiges Gerede darüber, dass CBS eine Fortsetzung dazu machen würde, wenn die Quoten gut sind, da Ihre Zeit nur bis 1968 geht. Währen Sie interessiert, diese Rolle zu wiederholen? Ich weiß, Sie sagten etwas darüber, dass man nicht darauf wetten sollte, aber Sie könnten jederzeit einen dieser Fat-Suits wie Eddie Murphy in der verrückte Professor bekommen.
RHYS MEYERS: Ich bin mir nicht sicher. Wir werden sehen, was daraus wird. Aber (der südländische Akzent kehrt wieder): „Bei Gott, Sie werden dafür bezahlen, Sohn.“
IGNFF: Ich kann Sie nicht gehen lassen, ohne zu fragen: Es gab vor Jahren Gerüchte im Internet darüber, dass Sie ein Bewerber auf die Rolle des James Bond sind. Ich weiß, dass der Junge James Bond das ist, was sie in Casino Royale zeigen – haben Sie jemals dafür vorgesprochen? Ist da irgendwas Wahres dran?
RHYS MEYERS: Nein, das ist alles Mist. Aber, wissen Sie, wenn es wirklich einen jungen James Bond geben wird, kommen die vielleicht zu mir. Wie dem auch sei, ich bin mir nicht sicher, ob sie das tun würden. Aber wenn sie es machen würden, würde ich nicht sagen, dass ich ihn nicht spielen würde – wer würde die Chance abtun, einmal den größten Geheimagenten der Welt zu spielen? Für mich ist das im Moment keine Realität aber fragt mich später noch einmal und vielleicht ist es dann soweit. Ich weiß es nicht.
IGNFF: Solange Sie diese blauen Wildlederschuhe dabei tragen.
RHYS MEYERS: (südländischer Akzent) Solange ich meine blauen Wildlederschuhe trage, Mann. Und wenn ich das mit diesem Mississippi-Akzent mache. Ich könnte James Bond sein. Ich mag es, alles auf den Kopf zu stellen. Das würde Spaß machen, nicht wahr?!
IGNFF: Das würde das Franchise-Ding revolutionieren. Ich wollte Sie wissen lassen, ich war einer der 200 Hoffnungsvollen, die zum offenen Casting (für die Rolle des Elvis) in L.A. gingen. Ich machte es umsonst, für meinen Job, ich bin ein lebenslanger Elvis-Fan. Ich erinnere mich, wie ich in der Reihe stand und irgendwie wusste, dass das es umsonst ist, denn CBS würde niemals einen Unbekannten für 4 Stunden Primetime nehmen….
RHYS MEYERS: Oh, ich denke nicht, dass das 100% richtig ist, denn als ich mit Regisseur Jim Sadwith redete, sagte er mir, aber erst am Ende des Filmes, dass sie eigentlich ein Jungen namens Ashley Clark aus dem Süden, einen tollen Schauspieler, Country und Western Darsteller, hatten und an ihm interessiert waren. Sie ließen ihn vorsprechen. Jim sagte, er war super aber er wollte es nicht machen, da er Priester werden wollte und manche Dialoge nicht sagen wollte. Er wollte nicht “verdammt” sagen oder sonst was in der Art. Er war ein guter Elvis, auf andere Art, Jim sagte, es war eine andere Art. Aber, ja, es gab jemand anderes dafür.
IGNFF: Es ist ironisch, denn der Typ, der Elvis in dieser Serie in den 90ern spielte, Michael St. Gerard, ist Priester in New York. Elvis scheint ein Typ mit Einfluss auf die Leute zu sein – sie ziehen von dannen und werden Priester. Das wird Ihnen aber nicht passieren, oder?
RHYS MEYERS: Nein, ich wollte Priester werden, als ich noch sehr jung war. Ich ging aber in die andere Richtung. Ich wollte Priester werden und sagte mir dann: „Nee, ich will lieber König sein.“





