Die Pop Watch Interviews: Scarlett Johansson und Jonathan Rhys Meyers
Scarlett Johansson und Jonathan Rhys Meyers haben viel gemeinsam. Zum einen haben sie beide Ewan McGregor geküsst (Johansson und McGregor schmusten in „The Island“; sich zu küssen war das Wenigste, was Rhys Meyers und McGregor zusammen in Velvet Goldmine taten). Sie waren auch beide in Mission Impossible 3 eingebunden – sie war vorgesehen als Joe Carnahan von NARC als Direktor eingesetzt war, aber als er ging, fiel das Projekt auseinander und Johansson hörte auf. Rhys Meyers unterzeichnete, als der Film in diesem Sommer unter die Regie von JJ Abrams fiel.
Was die beiden Stars mit den Kissen-Lippen dieser Tage gemein haben, ist, dass sie beide ihre Rollen in Woody Allen’s viel gepriesenem Match Point promoten, einem dunklen Drama über einen in der Gesellschaft aufsteigenden Tennisspieler (Rhys Meyers), der eine in einer Katastrophe endenden Affäre mit der Verlobten seinem Schwagers (Johansson) hat. Ich sprach mit den Beiden auf einer Pressekonferenz in einem Hotel in Manhatten, als sie MI-3 vorstellten, darüber wie Woody Allen die Sexszenen leitet und über Ewan McGregor’s Kuss-Fähigkeiten.
Können Sie uns etwas über Ihre Rolle in Mission Impossible 3 erzählen?
Johansson: Es war schon seltsam, denn ich habe während der Dreharbeiten zu Match Point dafür trainiert, und nun macht Johnny das Ding. Ich kenne die ganze Geschichte, aber ich halte meine Lippen geschlossen. Ich arbeite seit diesem Sommer wieder mit Woody Allen (in Scoop, läuft im Spätjahr an), und ich überlies Johnny die Rolle.
Rhys Meyers: Ja, es ist schwer für mich mit falschen Titten und einer blonden Perücke herum zurennen. Was kann ich Ihnen über Mission Impossible sagen? Nicht viel. Außer das, was bereits JJ Abrams gesagt hat, denn er ist ein sehr intelligenter Mann, nämlich, dass er alle guten Elemente aus Brian de Palma’s Mission Impossible übernommen hat, zusammen mit den sehr glänzenden Stunt-Elementen von John Woo und diese in einem sehr intelligenten Script vereint hat. Es ist ein viel tiefergehendes Drehbuch, denn er hat seine eigene persönliche Note mit eingebracht, und noch dazu eine unglaublich gute Besetzung wie z.b. Philip Seymour Hoffman und Billy Crudup und Laurence Fishburne. Diese Jungs sind keine unbekannten Heinis, sie sind alle hochintelligente und talentierte Schauspieler. Ving Rhames war quasi hineingeboren in die Rolle von Luther und er kann das so gut, es ist sein zweites Ich. Und Tom (Cruise) …Ich kenne niemand anderen der Ethan Hunt spielen könnte, denn er ist Ethan Hunt.
Spielen Sie einen guten Kerl oder einen Bösewicht?
Rhys Meyers: Ich kann es Ihnen nicht sagen. Sie müssen sich Ihre eigene Meinung darüber bilden… Ich könnte es Ihnen sagen, aber dafür müsste ich Ihnen Ihr Erstgeborenes wegnehmen.
Die Liebesszenen in Match Point sind ziemlich an Woody Allens Standards angelehnt. Wie hat er sie angewiesen solche Szenen wie das Stelldichein auf der Wiese zu spielen?
Johansson: Ja, es war ziemlich erbärmlich, wirklich.
Rhys Meyers: Vielen Dank.
Johansson: Entschuldige. Ich muss sagen, das einzig Schöne daran, war Jonathans warme und süße Umarmung. Ich hatte dieses sehr dünne T-Shirt an, in diesem ströhmenden Regen, dieser Film-Regen der auf Dich drauf prasselt mit diesem eiskalten Regenwasser. Und ich habe eine leichte Gräser-Allergie, es war einfach nur schrecklich. Ich hatte einige Tage ein geschwollenes Auge….(Jonathan) hat mir in die Lippe gebissen, tatsächlich waren meine Lippen aufgesprungen. Und er schickte mir Blumen am nächsten Tag weil er ein schlechtes Gewissen hatte. Es hat verdammt weh getan – ich habe mir die Blumen wirklich verdient. Es war wirklich nicht sehr sexy, das zu spielen. Aber Woody ist sehr schüchtern, er sagte sowas wie, „Okay, macht es einfach“.Er ist ein bisschen gehemmt, was sehr dumm ist, denn es ist wie es ist, „Lass Dich fallen, rolle Dich über ihn, in Zeitlupe…“ Gehemmt sein ist da sehr umständlich.
Rhys Meyers: Das gute daran ist ja, dass Scarlett und ich in unserem richtigen Leben schon sexuelle Beziehungen hatten, also war es ja nicht so, als ob wir nicht wüßten, um was es geht und was gut ist und was nicht gut ist. Aus dieser Sichtweise war es keine schwierige Szene. Ist es schwierig mit Scarlett Johansson? Nein, es ist schwierig Ewan McGregor zu küssen.
Johansson: Nein, das ist es nicht.
Rhys Meyers: Ich werde von den Leuten gefragt, „Macht es Ihnen Spaß, solche Szenen zu drehen?“ Sollte ich jetzt schüchtern sagen dass dies ein Teil meiner Arbeit ist? Nun, natürlich ist es ein Teil meiner Arbeit und es ist ein angenehmer Teil meiner Arbeit. Ja, das ist es. Denn Du kannst moralisch fragwürdige Dinge tun, ohne besorgt darüber sein zu müssen, was die Leute von Dir denken…Ich kann mich mit Scarlett im Bett rumwälzen, muss mich nicht mit ihr unterhalten, muss ihr keinen Kaffee und kein Abendessen bringen. Das ist wirklich angenehm. Du kannt einfach weggehen und sagen „So, das war’s jetzt“. Scarlett ist eine wunderschöne Frau, das hilft. Es könnte etwas schwieriger werden, wenn ich einen Zungenkuss mit Richard Simmons in einem Film hätte. Ich bin mir nicht sicher, ob mir das gefallen würde, aber weil ich ein professioneller Schauspieler bin, würde ich dabei lächeln.
Wie ist es Ihnen gelungen, als erste Frau eine Hauptrolle in zwei aufeinanderfolgenden Filmen von Woody Allen zu bekommen?
Johansson: Woody und ich haben eine schauspielerische Beziehung. Ich denke, er wollte eine Komödie, also schrieb er eine Komödie für uns (Scoop), und wir sind wieder alle nach London gegangen. Dieses Mal musste ich mit ansehen, wie er seine Nase gepudert bekam. Ich fühlte mich sehr geehrt und hatte viel Spaß, und es ist schön zu wissen, dass Du jemanden magst, der Dich genauso mag.
Waren Sie schockiert über die dunkle Wendung, die der Film im dritten Akt nimmt?
Johansson: Da war ich tatsächlich schockiert. Ich konnte nicht glauben, dass es so weit kommen würde. Ich wunderte mich, dass man keine Mitschnitte zu sehen bekam. Eines Tages, erwischte mich Woody dabei, wie ich einen Blick auf den Monitor warf, und er führte sich auf wie ein Affe. Und ich dachte, „Oh Gott, hoffentlich funktioniert das und hoffentlich ist es nicht so unglaubwürdig“. Ich denke wenn Sie als Zuschauer den Film sehen, werden Sie denken Jonathans Character ist verrückt. (Aber) er sucht so verzweifelt nach einem Ausweg….es scheint in gewisser Weise logisch was er macht, das ist das Verrückte.
Stimmen Sie der Prämisse des Films zu, dass viel von dem, was in unserem Leben passiert, einfach nur von Glück beschieden ist?
Johansson: Ich versuche mich daran zu erinnern, was Woody mir gesagt hat, wie ich diese Frage beantworten soll. Ich hardere mit der Idee von Glück und Schicksal. Einer der Handlungsstränge des Films ist „Es ist erschreckend zu denken, wieviel Glück man in der Zukunft haben könnte und erschreckend zu denken, dass es in Deiner eigenen Hand liegt.“Du fühlst Dich, als ob Du diese Entscheidungen selbst triffst, aber sie beeinflussen Deine Lebensweise, und am Ende, kann ich dann sagen, dass ich mich wie eine glückliche Person fühle? Ja, ich fühle mich verdammt glücklich. Ich habe einen Job, den Einen unter Millionen. Ich bin in der Lage etwas machen zu können was ich liebe und werde noch dafür bezahlt… Wenn ich zurück denke, als ich noch ein kleines Mädchen war, singend, tanzend und wollte unbedingt Schauspielerin werden, fühle ich, dass ich da bin, wo ich immer sein wollte. Also habe ich vielleicht mein eigenes Schicksal erfüllt.
Quelle: popwatch.ew.com – by Gary Susman






